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Praktikumsbericht von Regina

9.01.2020 – 05.03.2020

Im Juni 2019 lernte ich, während meines Urlaubs, den Verein aus Amberg und dessen Projekt, eine Schule mit Kindergarten und dem Skill-Center (Ausbildungszentrum) in Brufut, kennen. Ich konnte mir direkt vor Ort ein Bild davon machen, dass die Hilfe aus Deutschland ankommt und sinnvoll eingesetzt wird, was mich unglaublich begeisterte.

Zurück in Deutschland bewarb ich mich, um als „Freiwillige“ in Gambia an der Schule zu helfen.

Ich war schon oft in Afrika gewesen, habe viel Positives erlebt und gesehen und wollte den Einheimischen gerne etwas Sinnvolles zurückgeben. Die Menschen dort verfügen über eine natürliche Freundlichkeit und gute Laune, zeigen viel Interesse an der anderen Person und sind unglaublich hilfsbereit. So habe ich das bisher noch nirgendwo erlebt. 

Gambia ist das kleinste Land Westafrikas und schon nach kurzer Zeit kennt man die wenigen Hauptstraßen auswendig. An den abenteuerlichen Fahrstil muss man sich jedoch erst einmal gewöhnen.

Am 18.02.2020 feierte Gambia den Independence Day. Im Stadion in Bakau gab es ein großes Fest um die nun 55 Jahre Unabhängigkeit des Landes zu feiern. Auch hier spürte man die Freude und Freundlichkeit gegenüber Fremden.

1 Woche nach der Ankunft am 23.01.2020 begann ich mein Praktikum. Die ersten Tage war ich im Kreativ Haus eingesetzt. Die beiden aktuellen Praktikantinnen Julia und Iris beendeten gerade ihre Arbeit an der Schule, haben mit mir noch eine Übergabe gemacht und ein paar freundliche, gute Tipps auf den Weg gegeben. In der feierlichen Ansprache des Schuldirektors und des Projektmanagers wurden die Mädels verabschiedet und ich Willkommen geheißen.

Der Verein bietet einem die Möglichkeit, im Praktikantenhaus kostenfrei zu wohnen, was dem Skill Center angegliedert ist. Ich jedoch, habe in einem Guesthouse gewohnt, was für die geplanten 3 Monate recht preiswert kalkuliert wurde.

Im Kreativ Haus haben die SchülerInnen die Möglichkeit, einen Kontrast zum üblichen Frontalunterricht an der Schule zu bekommen und ihre Ideen beim Basteln und Zeichnen einzubringen. Das ist für die weitere Entwicklung der Kinder nicht unerheblich, da sie zu Hause oftmals nicht die gleichen Möglichkeiten bzw. das Material zum Basteln oder Spielen haben. Eine Bücherei für Lesestunden ist ebenfalls vorhanden. War die Unterrichtsstunde zu Ende, hatte man oftmals Mühe, sie pünktlich zurück in die Klassen zu schicken. Sie wollten kein Ende finden, denn das Singen und Lego bauen machte große Freude.

Des Weiteren habe ich im Kreativ Haus Plakate für die Nursery School angefertigt, die dort in den Klassen aufgehängt worden sind.

Dort wurde ich ebenfalls eingesetzt, hauptsächlich werden Englisch und die Grundbegriffe der Mathematik gelehrt. Täglich gibt es einen Test und Hausaufgaben.  Dazu hat jeder/jede Schüler/Schülerin ein Schreibheft, das mit nach Hause genommen wird. Für die SchülerInnen der Nursery Scholl gibt es einen Spielplatz. Der Sportunterricht wird für alle im Schulhof mit sandigem Untergrund abgehalten. Da die Kinder meist Muslime sind, können sie nachmittags auf ihren Teppichen dort beten.

Im Skill Center ist eine Schneiderei mit zwei Klassen und eine Klasse für angehende Friseurinnen. In einem kleinen Verkaufsladen kann vor Ort Kleidung gekauft oder in Auftrag gegeben werden. Ebenfalls nähen die angehenden SchneiderInnen sämtliche Schuluniformen der ca. 600 SchülerInnen. Ein Friseursalon ist ebenfalls Bestandteil. Die Schreinerei, die dort untergebracht war, wurde an die Schule verlegt, da dort eher Reparaturen der Schulmöbel anfallen.

Die Schulküche kocht jeden Tag ein anderes Gericht für die SchülerInnen und LehrerInnen. Die Zutaten hierfür werden im selbst angelegten Schulgarten geerntet.

Außerdem kümmert sich der Verein um die Gesundheitsvorsorge der Angestellten. So sollen z.B. alle eine Tetanus Impfung erhalten.

Bei den Kindern wird großer Wert auf Hygiene gelegt und jeden Tag gemeinsam Zähne geputzt oder auf das Hände waschen geachtet. Kleine Wunden werden sofort im Roundhouse behandelt. Hier sind Einweghandschuhe, Desinfektionsspray, Verbände und Pflaster, sowie Salben sind vorhanden.

Ich wäre gerne noch länger geblieben, um an der Schule mitzuhelfen, doch leider musste ich durch die Coronakrise meinen Aufenthalt frühzeitig abbrechen, um noch nach Deutschland zurückkommen zu können. 

Ich hoffe sehr für Gambia und Afrika gesamt, dass sich die Zahl der Infizierten in Grenzen hält.

Alles in Allem war es eine tolle, interessante und lehrreiche Zeit für mich. Ich würde das jederzeit empfehlen, nicht nur denjenigen, die den Lehrberuf ausüben oder etwas im sozialen Bereich erlernen möchten. Ich könnte mir durchaus vorstellen, etwas Ähnliches zu wiederholen.

Am Schluss möchte ich mich bei dem Verein in Deutschland, insbesondere bei Karin und Verena und dem gambischen Team, Hatab, Schuldirektor, Lehrer etc.  für die freundliche Unterstützung bedanken. Vielen Dank auch an Waltraud, die mit mir einen Ausflug unternommen hat.

Die Auswirkungen des Corona Virus auf die Socialis for The Gambia Projekte

Das Corona Virus ist eine globale Pandemie, dass ein Chaos auf der ganzen Welt ausgelöst hat. Es hat in China angefangen und alle sind davon ausgegangen, dass sich die Ausbreitung des Virus lediglich auf China beschränken wird, weshalb die Situation zunächst nicht ernst genommen wurde. Das hat sich jedoch geändert als das Virus angefangen hat sich auf der ganzen Welt zu verbreiten. Seitdem hat ein Rennen gegen die Zeit begonnen, indem weltweit unter größten Bemühungen versucht wird das Virus einzudämmen. Jedoch waren alle Bemühungen verspätet, sodass es nicht gelungen ist, das schreckliche Virus daran zu hindern, die Wirtschaft und die sozialen Gefüge der Gesellschaft zu beeinflussen. 

In Gambia wurde der erste Fall am 17. März 2020 registriert, worauf die Regierung am 18. März 2020 einen Notstand ausgerufen hat. Resultierend darauf wurden die Schulen und nicht essenziellen Dienste geschlossen. 

Seit dem Ausruf des Notstandes wurden alle möglichen Anstrengungen und Mobilisierungen unternommen, um die Ausbreitung des Virus im Land einzudämmen. Dies umfasst die Schließungen aller Kirchen und Moscheen, Einschränkung der Geschäfte und Märkte, die Beschränkung der Anzahl von Menschen bei Versammlungen auf maximal 10 Leute und die Sensibilisierung der Menschen über die Abstandsregelungen durch Radio und Fernseher.

Obwohl die Maßnahmen für die durchschnittlichen Gambianer hart waren, da sie von ihrem täglichen Einkommen leben, haben sich diese ausgezahlt. Dies erkennt man daran, dass Gambia eines der Länder mit den wenigsten Infektionen in Westafrika ist. Seit dem Ausbruch des Virus gab es nur einen Toten. Bis jetzt wurden 25 Fälle gemeldet von denen 6 aktive Fälle in Behandlung sind. (Stand: 28.05.2020). Es ist natürlich möglich, dass diese Zahl noch ansteigt, wobei seit vier Tagen keine neue Infektion festgestellt wurde.

Aufgrund der Verlängerung des Notfallzustandes bis zum 8. Juni 2020 und den Schulschließungen seit dem 18. März, wurde der Bildungssektor ernsthaft beeinträchtigt. Socialis for The Gambia Projekte sind hier keine Ausnahmen. Die Regierung hat interveniert und stellt Unterrichtsstunden über Radio und Fernsehen bereit, was vielen Schülern geholfen hat. Allerdings ist die Effektivität dieser Unterrichtsstunden fraglich, da die meisten Haushalte nicht das Privileg haben ein Radio- oder Fernsehgerät zu besitzen. 

Einige unserer Schüler in Sannehmentereng, die nicht weit entfernt von ihren Lehrern wohnen, haben den Vorteil regelmäßigen Unterrichtsmaterial von diesen zu bekommen. Aber auch die Eltern wurden angehalten ihre Kinder zu beaufsichtigen und während dem Lockdown zu Hause zu unterstützen. 

Auch während die Einrichtungen geschlossen sind, werden alle Klassenräume wie gewohnt einmal in der Woche von den Putzfrauen gereinigt. Auch der Hausmeister sowie der Nachtwächter gehen ihren täglichen Aufgaben nach, das Schulgelände sauber und sicher zu halten und den Blumen und Pflanzen auf dem Gelände zu gießen und sich um diese zu kümmern.

Die Auswirkungen des Corona-Virus sollten nicht unterschätzt werden, nachdem es das soziale Wohlergehen der Menschen, besonders in Ländern der Dritten Welt, beeinträchtigt hat. Gambia stellt hierbei keine Ausnahme dar. Viele Menschen haben mit der Schließung von Geschäften ihren Job verloren. Ohne staatliche Unterstützung stehen viele Kleinunternehmen kurz vor dem Bankrott.Trotz der problematischen Lage ist Socialis for The Gambia, dank der monatlichen Spenden unserer Sponsoren und Mitgliedern, in der Lage, sich um seine Angestellten zu kümmern.

Auch wenn die weltweite Lage aktuell schwierig ist, bitte ich alle unsere Sponsoren und Mitglieder ihre humanitären Dienste für die Organisation aufrechtzuerhalten, damit Kindern weiterhin eine gute Schulbildung und somit eine bessere Zukunft gewährleistet wird.

Dem Vorstand, den Mitgliedern und Sponsoren will ich meine Anerkennung für die großartige Arbeit im Namen der Menschheit über die letzten zwanzig Jahre aussprechen.

Ich bete zu Gott, euch und eure Familien vor dem tödlichen Virus zu schützen und hoffe, dass dieser bald besiegt wird und wir wieder unser normales Leben aufnehmen können.

Mit besten Wünschen für eure Zukunft, Sicherheit und Gesundheit

Hatab Beyai

Koordinator, Socialis for The Gambia

Vier unvergessliche Monate in The Gambia

Zwei junge Frauen aus dem Landkreis haben für vier Monate die gewohnte Heimat verlassen und sind für ein Praktikum nach Westafrika.

Im Interview sprechen sie über ihre Erlebnisse in Gambia, ihre Arbeit an der Schule und was sie seit ihrer Rückkehr nach Deutschland besonders vermissen.

Nach dem Abitur ins Ausland, das ist der Plan vieler Schulabsolventinnen in Deutschland. Zwei junge Frauen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach haben dabei ein besonderes Abenteuer gewagt und für vier Monate ein soziales Praktikum im westafrikanischen Gambia absolviert. Ermöglicht wurde dies durch den Amberger Verein Socialis for The Gambia, der die Bildungsarbeit im kleinen afrikanischen Land durch die Finanzierung einer Vor- und Grundschule sowie einer Ausbildungsstätte unterstützt. Im Interview erzählen Iris (18) und Julia (19) von ihren Erlebnissen in Gambia, ihrer Arbeit an der Schule und was sie seit ihrer Rückkehr nach Deutschland besonders vermissen

Wie kam es dazu, dass ihr euch für ein Praktikum in Gambia entschieden habt?

Julia: Ich wollte schon immer für eine längere Zeit ins Ausland gehen, da man ein Land ganz anders kennenlernen kann wenn man dort lebt, als wenn man nur als Tourist für ein paar Wochen dort ist. Nach meinem Abi habe ich dann beschlossen das in die Tat umzusetzen.

Iris: Ich wollte auch etwas Neues ausprobieren und mein Englisch verbessern, dabei aber auf etwas aus der Umgebung zurückgreifen. Und so ging es dann durch den Amberger Verein Socialis for the Gambia nach Gambia.

Wie war euer erster Eindruck als ihr angekommen seid?

Iris: Ohjemine, wo bin ich denn hier gelandet! [lacht] Es war dann doch alles ein bisschen ärmer als erwartet.

Julia: Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie wir vom Flughafen abgeholt wurden und plötzlich wie aus dem nichts eine Kuh vors Auto gelaufen ist und wir abrupt anhalten mussten. Außerdem war es unglaublich heiß und überall lag Sand und Müll. Besonders fasziniert haben mich aber von Anfang an die Frauen in ihren bunten Kleidern, die ihre Kinder auf dem Rücken getragen haben und gleichzeitig noch eine Obstschale auf dem Kopf balanciert haben.

Wie war euer Tagesablauf?

Julia: Unter der Woche haben wir uns in der Früh die Fahrräder geschnappt und uns auf dem Weg zur Schule im Shop nebenan unser Frühstück mitgenommen. Von 8 bis halb 4 waren wir dann an der Schule und sind am Rückweg oft bei Freunden vorbeigefahren. Dann hieß es erstmal ausruhen, Tee trinken und eine Runde Kniffel spielen. Später waren wir oft am Markt einkaufen und haben abends gemeinsam gekocht und sind mit Freunden gemütlich auf der Terrasse zusammengesessen. Am Wochenende wurde immer etwas unternommen, wie zum Beispiel ein Ausflug an den Strand, eine Einladung zu einer Hochzeit oder wir haben als Touristen das Land erkundet.

Was waren eure Aufgaben an der Schule?

Iris: Hauptsächlich mit den Kindern kreative Ideen verwirklichen, sei es beim Basteln oder Fotografieren. Und sonst um die Lesestunden und die erste Hilfe kümmern, kleinere technische Probleme an den Computern lösen und Plakate für die Klassenzimmer zu gestalten.

Julia: Und manchmal haben wir auch Sonderaufgaben bekommen, wie zum Beispiel ein Fotoprojekt, oder ein Kunstprojekt zum Thema Klimawandel durchzuführen.

Welcher Tag ist euch besonders in Erinnerung geblieben?

Iris: Da gibt es zu viele, um einen bestimmten davon auswählen zu können.

Julia: Unser Ausflug nach Janjanbureh, ins ärmere Landesinnere Gambias. Dort haben wir das typische gambianische Leben kennengelernt und festgestellt, dass unsere von der Organisation gestellte Unterkunft doch um einiges westlicher geprägt war, als wir dachten. Beispielsweise hatten wir dort befestigte Toiletten, was in Gambia noch lange nicht überall Standard ist. 

Was hat euch besonders fasziniert?

Julia: Das Lächeln der Kinder. Die süßen strahlenden weißen Zähne und ihre Zufriedenheit,  obwohl sie kaum etwas besitzen. Es gab wirklich fast keinen Tag, an dem ich ein Kind weinen gesehen habe. 

Iris: Und, dass sich die Gambianer beim Essen nicht ständig die Finger verbrennen, wenn sie den Reis zu kleinen Bällchen formen.

Würdet ihr das Praktikum weiterempfehlen und wenn ja, warum?

Iris: Auf jeden Fall, vor allem weil ihr dort super liebe Leute kennenlernen werdet, aber auch, um mal einen komplett anderen Lebensstil miterleben zu können, von dem man manches auch nach Hause mitnimmt. Und ihr werdet euer Leben dort deutlich entspannter sehen, es herrscht einfach eine super gelassene und freundliche Stimmung.

Julia: Man lernt auch für sich selbst unglaublich viel, unter Anderem Selbständigkeit und Offenheit. Gleichzeitig kann man Menschen in einem Land unterstützen, das noch weit von unserem Entwicklungsstand entfernt ist.

Was nehmt ihr von eurer Zeit in Gambia mit?

Julia: Mir wurde klar, dass wir das, was wir hier in Deutschland haben viel mehr wertschätzen sollten und wie wichtig es ist, sich Zeit für die Dinge und Menschen zu nehmen, die einem am Herzen liegen. Außerdem habe ich durch die gambianische Lebensart gelernt, das Leben entspannter zu sehen und mir weniger Druck und Stress zu machen.

Iris: Vieles, größtenteils aber wahrscheinlich zu erkennen, dass man nicht das tausendste selbe Teil braucht und man auch mit wenig glücklich sein kann. Und viel zu viele Wonjo-Blüten, um das traditionelle Getränk auch in der Heimat genießen zu können.

Was vermisst ihr am meisten?

Julia: Die Menschen, mit denen wir so unglaubliche Freundschaften geschlossen haben.

Iris: Die Sonne und meine neuen Freunde

Falls auch Ihr Interesse an einem Praktikum in Gambia geweckt wurde oder Sie den Verein unterstützten möchten finden Sie alle Infos auf der Homepage www.socialis-for-the-gambia.de oder auf Facebook. Fragen können gerne an info@socialis-for-the-gambia.de oder unter 09621/31754 gestellt werden.

Abschlussbericht von Julia und Iris

In der ersten Woche, in der wir uns alles an der Schule anschauen durften und uns an die Dinge gewöhnen konnten, unterstützten wir die Nurserylehrerinnen der beiden ersten Klassen.  

Ansonsten verbrachten wir den größten Teil unserer Arbeitszeit im Roundhouse. Dort gestalteten wir teils alleine, teils zusammen mit Mr. Jatta den Unterricht. 

Für die Librarylessons  klebten wir in den ersten Wochen alle Bücher und sortierten sie nochmals nach Klassenstufe ein. So konnten wir vor der Unterrichtsstunde Bücher für die jeweiligen Klassen auf die Plätze legen, sodass die Kinder sofort mit dem Lesen beginnen konnten, ohne dass davor ein riesiges Chaos veranstaltet wurde. 

Für die Kunststunden zeichneten und kopierten wir meist für die niedrigeren Klassen Ausmalbilder, die wir dann vor den Stunden zusammen mit Stiften auf den Tischen hergerichtet haben. Aus den Originalen der Ausmalbilder, sowie ein paar Neueren, die wir extra dafür entworfen haben, gestalteten wir eine Art Ausmalbuch, sodass Mr. Jatta und andere Praktikanten in Zukunft  Vorlagen haben, die sie kopieren und die Kinder ausmalen können. Für die älteren Schüler überlegten wir uns größtenteils Bastelprojekte, mit denen wir nach Vollendung die Decke und die Wände des Kreativhauses verschönert haben. Das größte Projekt war wohl der Drache, da die Kinder sehr viele Materialien dafür nutzen konnten und das ganze dadurch mehrere Stunden in Anspruch genommen hat. Ansonsten dürfen natürlich auch die lange Girlande für die Decke, die Fischgirlanden an den Fenstern, die Sterne, die Schweinchen, die große Schnecke und das große Plakat mit den bunten Händen nicht vergessen werden. 

Gegen Ende unseres Aufenthalts gestalteten wir für Mr. Jatta eine Art Bastelbuch. Hierfür sammelten wir erst mal Bastelideen und fotografierten dann Step für Step den Prozess der jeweiligen Grundideen bis hin zum „fertigen“ Endprodukt. Zu den einzelnen Fotos schrieben wir dann jeweils einen kurzen Satz oder Text, sodass wir am Schluss eine komplette Anleitung zusammenstellen konnten. Somit sind in diesem Bastelbuch sowohl die Anleitungen der Dinge, die wir bereits mit manchen Klassen gebastelt hatten, wie auch ein paar komplett Neue.

Außerdem arbeiteten wir auch an einem Kunstwettbewerb zum Thema Klimawandel mit. Hierfür wählten wir mit Hilfe Mr. Jattas besonders künstlerische Schüler und Schülerinnen aus jeweils zwei Altersbereichen aus, die dann in Gruppen zwei Plakate gestaltet haben, über dessen Inhalt sie sich mit unserer Unterstützung davor erst mal ausgetauscht haben, bis sie sich dann für eine Idee entschieden. Bei der Ausgestaltung waren wir immer für Fragen der Schüler offen, sodass es wie eine betreute Gruppenarbeit war.

Nach gründlicher Planung konnten wir auch das Fotoprojekt zusammen mit den Schülern durchführen. Beim Planen des Ganzen haben wir uns vor allem darauf fokussiert,  dass die Kinder ihren Spaß bekommen, teils zum Beispiel Gebilde in Gruppen zusammenstellen konnten, aber auch der grundsätzliche Alltag gezeigt wird, wie das Zähneputzen, Kochen oder einfach eine normale Unterrichtsstunde.

Häufig entwarfen wir im Auftrag der jeweiligen Lehrer Wandplakate für die Klassenzimmer oder für die Nursery ein „ABC-Buch“, in dem es zu jedem Buchstaben eine jeweilige Seite mit einem Begriff und einer Zeichnung gab, die jeweils mit diesem begonnen haben.

Ansonsten haben wir des Öfteren kleinere technische Fragen und Probleme im Computerraum gelöst und auch für zwei Nachmittage Nachhilfe-Unterricht in Sachen Schönschreiben gegeben, wobei sich das dann aufgelöst hat, da das nicht so ganz funktioniert hat, wie sich das alle vorgestellt hatten und nebenbei waren wir dazu noch der Meinung, dass die ausgewählten Schüler diese Nachhilfe nicht nötig gehabt haben.

Anderweitig halfen wir beim Verarzten und Verbinden von kleineren oder auch mal größeren Wunden, die vor allem während des manchmal etwas wilderen Sportunterrichts entstanden.

Vom Schulischen abgesehen hatten wir als eine Art Weihnachtsgeschenk die Impfung der Lehrer gegen Tetanus in Planung. Dafür haben wir herumtelefoniert, bis wir jemanden gefunden haben, der die Impfungen durchführen könnte, jedoch war das ein längeres Hin und Her, auch wegen der Kosten, sodass wir das Projekt leider nicht fertigstellen konnten. Aber es ist geplant, dass sobald der Impfstoff verfügbar ist und jemand die Impfung vornehmen kann, die Aktion noch nachgeholt wird.

An der Schule lebten wir uns dank der vorherrschenden guten Schulatmosphäre sehr schnell ein und fühlten uns gleich von Anfang an der Schulfamilie zugehörig. Das ganze verdanken wir natürlich auch der Herzlichkeit und Offenheit der Lehrer und Schüler, mit der wir von Beginn an empfangen wurden. Uns wurde stets nur Freundlichkeit entgegengebracht.

Außerdem ist uns positiv aufgefallen, wie gut das mit dem Mittagessen funktioniert. Die Köchinnen wissen genau die Menge, die sie benötigen, damit jeder ausreichend zu essen bekommt. Die Verteilung des Essens läuft prinzipiell richtig gut unserer Meinung, da mit Nursery 1 beginnend, im etwa Viertelstundentakt immer eine andere Klasse das Mittagessen erhält, um dieses dann zusammen einzunehmen.

Gegen Ende unseres Aufenthaltes freuten wir uns auch richtig darüber zu sehen, wie und vor allem dass der Schulgarten wieder hergerichtet und mit neuem Gemüse und Obst bepflanz wurde. 

An unserem Aufenthalt prinzipiell fanden wir bis auf ein paar Kleinigkeiten alles positiv und werden es auf jeden Fall weiterempfehlen. Wir konnten uns dank Sara und Wolfgang und dadurch, dass die Lehrer und Schüler uns so nett an der Schule aufgenommen haben, nämlich sehr schnell sehr gut einleben und zu Recht finden, was das anfängliche „Alles-ist-Neu“-Gefühl schnell beseitigt hat. Die Arbeit an der Schule machte uns auch sehr viel Spaß, da wir unserer Kreativität freien Lauf lassen konnten, grundsätzlich uns aber einfach alle sofort in die Arme geschlossen haben. Auch neben der Schule haben wir sehr gute Freunde gefunden, was für Abwechslung gesorgt hat und dafür, dass uns ganz sicher nicht langweilig wurde. Dank mehrerer Ausflüge, einmal sogar bis ins Landesinnere nach Janjanbureh, hatten wir die unglaubliche Möglichkeit, viel vom Land zu sehen und viel mitzunehmen. Im Ganzen erfuhren wir sehr viel über das Land an sich, wie auch über das Leben und die Leute dort, was spannend und interessant war und wodurch wir auch ziemlich viel selbst für unser Leben dazu gelernt haben.

Es gab auch einige weniger schöne Dinge die wir bei unserem Aufenthalt hatten. Leider hat die Hygiene- und Nahrungsumstellung zu ein paar „körperlichen“ Schwierigkeiten geführt, durch die wir jetzt definitiv so manche Bauch- und Darmprobleme mit einem Fingerwink abwehren können. Unseren geregelten Busverkehr vermissten wir auch mehr als einmal, als wir mal wieder ewig auf ein Auto zurück nach Brufut warten mussten. Ansonsten war noch etwas enttäuschend, dass die Durchführung eines gut gemeinten Projekts, das Impfen der Lehrer, unglaublich lange dauerte und man selbst nach getaner Planung noch nicht wusste, ob es was wird oder nicht, da die Idee ein ewiges Hin und Her nach sich gezogen hat.

Wir sind stolz darauf und dürfen uns glücklich schätzen, dass uns die Möglichkeit gegeben wurde, ein ganz anderes Leben, mit anderer Kultur und Religion, kennenlernen zu dürfen. Dadurch werden wir in Zukunft sicherlich auch wieder anderen Lebensweisen etc. offener als prinzipiell eh schon entgegenblicken. Außerdem nehmen wir definitiv mit, dass man mit weitaus weniger mehr als gut zurechtkommen damit sehr glücklich sein kann. Wir sind durch das, was wir erfahren durften, wieder froher über unseren hohen Lebensstandard (Infrastruktur, Kanalisation, Hygiene, …), wissen jetzt aber auch, dass es nicht schaden kann ihn in gewissen Punkten sogar etwas zu reduzieren. Und zuletzt haben wir auf jeden Fall gelernt, dass wir viel mehr wertschätzen sollten, dass wir als Frauen hier in Deutschland dieselben Rechte haben wie Männer und nicht ein „niedrigeres“ Geschlecht sind, dem Rechte vorenthalten werden sollen.

Iris und Julia

Praktikumsbericht von September von Julia und Iris

Sobald wir in Gambia angekommen sind wurden wir ganz herzlich von allen aufgenommen, sodass wir uns sehr gut an das – für uns –  neue Land gewöhnen und schnell zurechtfinden konnten.

In der ersten Woche haben wir, um erstmal in alle Gepflogenheiten hineinzufinden, die Nursery 1 unterstützt, indem wir zum Beispiel beim Englischunterricht mitgeholfen oder den Kindern gezeigt haben, wie man die Legosteine – ein Geschenk aus Deutschland – richtig zusammenbaut, was den Kleinen richtig Spaß gemacht hat.

In der zweiten Woche sind wir dann im Roundhouse untergekommen und haben dort mit unserem jetzigen Alltag gestartet. So haben wir inzwischen schon mehrere verschiedene Bastelprojekte mit den Klassen fertiggestellt.

Für die erste und zweite Klasse haben wir uns zum Beispiel das Entwerfen von Mandalas zur Aufgabe gesetzt, die die Kinder dann im Kunstunterricht mit voller Begeisterung ausmalen können. Klasse Drei hat sich sehr über das Bemalen und Falten von Fächern gefreut, weil die Sonne hier in Gambia doch für eine ganz andere Temperatur als in Deutschland sorgt. Mit Klasse Vier wurde ein großes Wandprojekt an den Tag gebracht, über das sich nicht nur die Kinder, sondern auch die anfängliche Leere im Roundhouse freut. Aus kleinen Wollschnecken wurde eine große zusammengesetzt, die nun voller Stolz von den Schülerinnen und Schülern bewundert wird.

Für die Zeit, in der keine Schüler im Roundhouse sind, gehen uns aber auch nicht die Aufgaben aus. So haben wir ein Buch mit dem gesamte Alphabet und zu den Buchstaben passende Bilder für die Nursery gestaltet oder mehrere Plakate entworfen, um die Klassenzimmer zu verschönern. Ebenso geben wir der 6. Klasse auf Wunsch eines Lehrers Nachhilfe im Schönschreiben.

Falls wir mal genug von den „kreativen“ Aufgaben haben, helfen wir auch gerne den Lehrern bei kleineren Problemen am Computer oder geben Unterricht im Bedienen von Power Point.

Zuletzt sind wir auch dafür zuständig kleinere Wunden der Schüler zu versorgen und zu verbinden, an den Tagen, an denen Wolfgang und Sara nicht an der Schule sind.

Und so hoffen wir auch die nächsten zwei Monate die Schule mit einfallsreichen Ideen bereichern zu können und das leckere Benachin genießen zu dürfen und freuen uns auf das, was kommen wird.

Julia und Iris

(Praktikantinnen in Gambia September 2019 – Februar 2020)

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