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3. Fotoabend Gambia “hautnah”

Trotz Sommerferien haben sich wieder fast 50 Besucher zum 3. Fotoabend Gambia „hautnah“ im Lebensart Cafe in Dortmund eingefunden. Berichte von unserer Schule in Brufut und Sintet sowie viele kleine Geschichten von unterwegs wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. In der Pause hat Miriam Lehmann fleißig Spenden für Genähtes unserer Schneidereien oder auch für den aus Gambia mitgebrachten Honig gesammelt. Unterstützt wurden wir wieder von den Trommlern um Anke Filipiak.  Besonders freuen wir uns über drei neue Mitgliedschaften.

Weitere Informationen u. a. einen kleinen Filmzusammenschnitt hinterlegt mit der neuen Vereinshymne der Gambianer zum 20jährigen Vereinsjubiläum finden Sie auf Heike Hagemanns Blog https://gambia-dortmund.de .

Fußball lieben Alle

Sobald die gambischen Kinder und Männer einen Fußball vor sich haben, wird egal wo, gekickt. Auch in Raigering (Stadtteil Amberg) wird im Pandurenpark erfolgreich Fußball gespielt. Die Jugend übergab an Socialis for The Gambia e.V. ausrangierte Trikotsätze und Fußbälle, die in Gambia dann an Fußballmannschaften und begeisterte Fußballer übergeben werden.

Rainer Ehbauer am Bild links überreichte Thomas März-Kronfeld, Bild Mitte, mit den Kindern der F Jugend die Trikots und Bälle

Women only – ein Garten nur für Frauen

Ein neu eingerichteter Frauengarten auf dem Grundstück des Ausbildungszentrums in Sintet, The Gambia, ermöglicht über 15 Frauen den selbständigen Anbau von Obst und Gemüse.

Auf dem weitläufigen Gelände, auf dem der Verein Socialis for The Gambia e.V. bereits eine Landwirtschaftsschule und eine Schneiderei eingerichtet hat, war trotz großem Schulgarten noch ungenutzte Fläche vorhanden. Auf eigenen Wunsch der Bewohner des Dorfes Sintet wird diese Fläche nun engagierten Frauen zur Verfügung gestellt, die dort Früchte und Gemüse zum Eigenbedarf sowie zum Verkauf auf dem Markt anbauen können. Durch die Erträge können die Frauen einen Teil zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen. Ein gebohrtes Brunnenloch mit Pumpe und Hochbehälter versorgt das gesamte Grundstück mit Wasser, dadurch können die Pflanzen auch außerhalb der Regenzeit bewässert werden. Auch sind die Erträge somit unabhängig vom eigentlichen Bewässerungssystem im Dorf, das teilweise ungenießbares Wasser führt.

Die Frauen sind nun überglücklich ihr eigenes Beet im Frauengarten bewirtschaften zu können und kommen täglich zum Sähen, Gießen und Pflegen der verschiedenen Pflanzen. Ab November können dann die ersten Tomaten, Zwiebeln oder Süßkartoffeln geerntet werden. Da die Regenzeit in Gambia dieses Jahr erst im August, statt wie üblich im Juni, begann, verschiebt sich auch die Erntesaison um einige Wochen. Dennoch freuen sich schon Alle auf eine gute Ernte.  

Neben dem Frauengarten hat auch das Ausbildungszentrum nach den Sommerferien wieder eröffnet. In diesem Schuljahr werden 10 Landwirtschaftsschüler ihre Ausbildung beginnen. Die Schneiderei hat 20 Auszubildende.

Dank Techniker ohne Grenzen Amberg steht auf dem Grundstück außerdem eine moderne sanitäre Anlage in Form einer Trockentoilette zur Verfügung.

Kleines Fest der Nachhaltigkeit

Stöbern und feilschen – auf einem Flohmarkt findet man tausend Dinge. Ob man sie braucht oder nicht spielte am Wochenende keine Rolle. Es war der gute Zweck, der zählte. 

Amberg. (dwi) Die Mitglieder von Socialis for The Gambia organisierten zum ersten Mal einen Flohmarkt dieser Art und nutzten die Räumlichkeiten und den einladenden Außenbereich des Kulturstifts. Ein kleines Fest der Nachhaltigkeit für ein selbst erfüllendes Leben für Menschen in Gambia. 

Für Verkäufer und Vereinsförderer Timo Bieberstein war sein erster Besuch in dem fernen Land auf dem Markt eine besondere Erfahrung. “Um einen guten und fairen Preis für die handgeschnitzten Kunstwerke zu verhandeln empfiehlt sich folgende Strategie sehr gut: Nachdem die Ware vorgestellt und begutachtet wurde, schlägt der Händler einen ersten Preis vor. Geht man nun zwei Drittel vom genannten Preis runter und einigt sich am Ende circa in der Mitte, so sind meist beide Seiten zufrieden”, erzählte der junge Amberger. 

Afrikanisch genügsam

Auf der Fahrt zum letzten Ziel der Rundreise nach Kunta Kinteh Island erlebte Bieberstein die “afrikanische Genügsamkeit”. Aus dem rechten hinteren Radkasten sei ein seltsames, lautes Geräusch ertönt. Einer der hinteren Zwillingsreifen sei stark beschädigt gewesen, der Reifen habe sich förmlich aufgelöst. “Einfach ignorieren”, war die fachkundige Einschätzung des Fahrers. “Mit scheuerndem Reifen ging es weiter über rote löchrige Sandwege mitten in der gambischen Savanne – ohne Panne”, erzählte Bieberstein. 

Auch den Klagenden der Hitzewelle in Deutschland weiß er zu kontern: “Im Landesinneren sind die Temperaturen höher als an der Küste und es gibt keine frische Brise. Erst gegen Abend kühlte es meistens um einige wenige Grad ab. Strom gab es hier nur von 19 bis 2 Uhr nachts.” Das ist auch eines der Anliegen des Vereins: Ausbau der Solaranlagen, die im vergangenen Jahr im Skill Center Brufut in Betrieb genommen wurden. Neben der Neuordnung von Gehältern für Lehrkräfte und Mitarbeiter setzte der Verein auch ein Zahnpflegeprojekt für Kinder um und führte I-Pad-Klassen ein. Aber nicht nur mit Aktionen und Spenden unterstützt der Verein Menschen vor Ort.

Mitstreiter gesucht

Praktikanten ab 18 Jahren, die Interesse an der Arbeit mit Kindern haben und die Ausbildung von Näherinnen und Frisörinnen übernehmen, werden noch gesucht. Ebenso auch Lehrkräfte, die Kollegen weiterbilden.Amberger Zeitung, Mittwoch, 5.September 2019

Gambia immer wieder eine Reise wert!

Irgendjemand hat einmal gesagt: „Einmal Gambia und dann nie mehr oder es lässt dich nicht mehr los.“

Das Zweite trifft bei mir zu, denn nun war es schon meine dritte Gambiareise und am liebsten würde ich die Nächste schon wieder planen. Nach jeder der vergangenen Reisen war meine Aussage: „Nein, eine Gruppenreise mach ich nicht mehr mit.“ Aber was soll ich sagen, nach dieser im Juni, mit der tollen Truppe und den vielen herzlichen Menschen, die uns vor Ort begleitet haben, wird es in den kommenden Jahren sicherlich wieder eine geben. 

Da mein Fokus sehr stark auf unsere Projekte und die Jubiläumsfeier an unsere Schule ausgerichtet war, möchte ich auch kurz von diesen beiden Erlebnissen erzählen. Ein ausführlicher Reisebericht von Land und Leute und der kleinen Rundreise folgt. 

Nun nach dem die 20-köpfige Gruppe, später dann 22, am Freitag, den 7 Juni angekommen waren, richteten wir uns erst einmal häuslich in unserem Hotel ein. Am Samstag versuchte jeder gedanklich anzukommen und die Umgebung zu erkunden. Gegen Mittag kamen zwei Schneider ins Hotel, um uns alle zu vermessen, denn es ist in Gambia Tradition, dass alle die zusammen feiern, die Zusammengehörigkeit zeigen, indem sie gleiche Stoffe tragen. Da in 6 Tagen die Jubiläumsfeier an unserer Schule stattfinden sollte, waren wir gespannt, was Haruna, unser Ausbilder, in der Schneiderei und Fatou, die Frau unseres Koordinators Hatab, für uns zaubern würden.

Sonntag starteten wir dann auch schon zu unserer kleinen Rundreise, um Land und Leute kennenzulernen. Dazu folgt aber ein extra Bericht, denn dies überlasse ich einem „Neuling“ aus der Gruppe. Nur so viel von mir: da ich wie gesagt, das dritte Mal hier war, sah ich den Fortschritt, der passierte, auch wenn die Armut immer noch überall sichtbar war. Da wir kurz vor der Regenzeit standen, war ich sehr verwundert, wie viele Touristen noch unterwegs waren und wie gut die Hotels besucht waren. Die Direktflüge, die es seit dem Frühjahr nach Gambia gibt, zeigen Früchte. Ich hoffe nur, diese Entwicklung geht in die richtige Richtung und endet nicht in „Singleflügen“.

Unsere erste Anlaufstelle war Sintet, 150 km im Landesinneren. Dort wurde uns ein herzlicher Empfang bereitet und zu meiner Überraschung durfte ich den fertig ausgebildeten Schneiderinnen Zertifikate und eine Nähmaschine überreichen. Dies löste schon ein gutes Gefühl und auch etwas Stolz in mir aus, wenn man einen Teil dazu beitragen kann, jungen Menschen eine Selbstständigkeit mitzugeben. Danach wurden das Grundstück und der seit kurzen entstandene Frauengarten besichtigt. Bei 40 Grad suchten wir dann alle ein schattiges Plätzchen und warteten auf das Essen, das von den Schneiderinnen und den Frauen aus dem Dorf für alle traditionell auf offenem Feuer zubereitet wurde. Einige aus der Gruppe versuchten sich dabei als „Hilfsköche“. 

Am Spätnachmittag verließ ich mit vielen neuen Eindrücken die Gruppe, um mit Waltraud, Lamin und Samba zurück ins Hotel zu fahren. In den nächsten zwei Tagen wollte ich unsere Lehrer an der Schule bei den Vorbereitungen zum Fest unterstützen. 

Als mich am nächsten Tag Hatab vom Hotel abholte, war ich schon sehr gespannt und auch etwas nervös, wie es denn so ist, alleine in die Schule zu gehen. Der herzliche Empfang des Direktors und einzelner Lehrer hatte mir schnell meine Nervosität genommen. Außerdem merkte ich sofort, egal in welchem Land eine Feier vorbereitet wird, es herrscht überall gleiche Hektik und Betriebsamkeit. Da wurde gepinselt, gemalt, Zelte aufgebaut, Stühle geschleppt, hin und her gelaufen, Unterricht gehalten, gesungen, Tänze wurden eingeübt und vieles mehr, was eine Feier ausmacht. 

In dieser eingespielten Betriebsamkeit kam ich mir etwas fehl am Platze vor und so zog ich mich mit ein paar Schülern in unser Kreativhaus zurück. Wir bastelten zusammen Blumen aus Butterbrotpapier, die dann in die Zelte gehängt wurden. Sehr stolz präsentierten die Kinder am Ende ihre Werke. Auch mir hat es sehr viel Spaß gemacht, kurzzeitig ein Teil des Ganzen zu sein.

Was uns dann am Donnerstag geboten wurde, hat alles in den Schatten gestellt, was ich je an Schulfesten in Gambia erlebt hatte. Ach ja, im Übrigen passten unsere Kleider und Hemden, bis auf einige Kleinigkeiten hervorragend. Es war ein tolles Gefühl mit dem gesamten Personal eine Einheit zu sein! Beindruckend war auch diese stattliche Anzahl an Kindern und Eltern zu sehen, schätzungsweise  800-900 Personen. Was eine besondere Freude war, dass ca. 20 ehemalige Schüler die Feier mitgestalteten. Voller Stolz präsentierten sie sich mit bedruckten T-Shirts als „Ex-Students“. 

Als der offizielle Teil der Begrüßung, der Rückblick auf die Vereinsgeschichte und die vielen Reden vorbei waren, begrüßten uns die Schüler mit ihrem eigens gedichteten „Welcome in Sannehmentereng“ Song. Es folgten Tänze, ein Theaterspiel über den Alltag einer Familie, die ihren Kindern eine bessere Zukunft bieten möchte und sich diese nicht leisten kann. Wäre da nicht das Nachbarkind, das von einer Nursery und Lowerbasic School erzählt, in die jeder gehen kann….Beeindruckende Darstellung! 

Dann sorgte lauter Beifall und Grölen aus dem Publikum für unsere Aufmerksamkeit. Ein Lied wurde im Hintergrund abgespielt und ein junger Mann fing zu singen und zu tanzen an. Wie sich herausstellte, war er ein ehemaliger Schüler, der jetzt schon ein bekannter Rapper in Gambia ist. Am Abend vorher hatte er noch schnell eine „Lobes-Hymne“ auf die Schule und alle Lehrer gedichtet und an diesem Tag vorgetragen. Was im Nachhinein bei mir noch Gänsehaut auslöst. Auch unser Skillcenter mit den Schneiderinnen und Friseurinnen zeigten eine beeindruckende Darbietung ihrer Flechtfrisuren und genähten Kleider bei einer Modenschau!

Ehrungen durften bei einer Jubi-Feier natürlich auch nicht fehlen und so konnten wir die langjährige Zugehörigkeit aller Angestellten ehren, besonders die Personen, die schon auf 19 bzw. 20 Jahre Mitgestaltung zurück blicken konnten. Jeder des Personals bekam eine Urkunde, ein Poloshirt mit Vereinslogo und wichtig für die ganze Familie, einen Sack Reis geschenkt. Aus unserer Aktion „Ein Herz für Gambia“ verteilten unsere Reiseteilnehmer über 700 bemalte Herzen (die wir in den Koffern mitschleppten) an alle Kinder. Dabei musste aufgepasst werden, dass jeder von uns heil aus der Aktion rauskam.

Es ist im Nachhinein nicht leicht von etwas zu schreiben, bei dem Gefühle eine große Rolle spielen. Ich kann nur so viel sagen: Der Einsatz und die Mühen bei den ganzen Vorbereitungen, das Kochen für so viele Menschen, die vielen Stunden üben bei den Schülern…. da hatte am Ende der  Veranstaltung keiner mehr daran gedacht. Jeder ging mit freudestrahlendem Gesicht und in Partylaune nach Hause.

Ein langjähriges Mitglied unseres Vereins, welche mit mir die erste Gruppenreise 2004 schon gemacht hat, wollte nach 15 Jahren den Fortschritt sehen und war wieder dabei. Mit ihrer Aussage möchte ich diesen Bericht beenden. Sinngemäß wieder gegeben sagte sie: „Weißt du Karin:  Es macht mich ein bisschen stolz, einen Beitrag dazu geleistet zu haben und ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Lass uns wieder dafür brennen und es weitertragen!“

Eure Karin Neumüller

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