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Kleines Fest der Nachhaltigkeit

Stöbern und feilschen – auf einem Flohmarkt findet man tausend Dinge. Ob man sie braucht oder nicht spielte am Wochenende keine Rolle. Es war der gute Zweck, der zählte. 

Amberg. (dwi) Die Mitglieder von Socialis for The Gambia organisierten zum ersten Mal einen Flohmarkt dieser Art und nutzten die Räumlichkeiten und den einladenden Außenbereich des Kulturstifts. Ein kleines Fest der Nachhaltigkeit für ein selbst erfüllendes Leben für Menschen in Gambia. 

Für Verkäufer und Vereinsförderer Timo Bieberstein war sein erster Besuch in dem fernen Land auf dem Markt eine besondere Erfahrung. “Um einen guten und fairen Preis für die handgeschnitzten Kunstwerke zu verhandeln empfiehlt sich folgende Strategie sehr gut: Nachdem die Ware vorgestellt und begutachtet wurde, schlägt der Händler einen ersten Preis vor. Geht man nun zwei Drittel vom genannten Preis runter und einigt sich am Ende circa in der Mitte, so sind meist beide Seiten zufrieden”, erzählte der junge Amberger. 

Afrikanisch genügsam

Auf der Fahrt zum letzten Ziel der Rundreise nach Kunta Kinteh Island erlebte Bieberstein die “afrikanische Genügsamkeit”. Aus dem rechten hinteren Radkasten sei ein seltsames, lautes Geräusch ertönt. Einer der hinteren Zwillingsreifen sei stark beschädigt gewesen, der Reifen habe sich förmlich aufgelöst. “Einfach ignorieren”, war die fachkundige Einschätzung des Fahrers. “Mit scheuerndem Reifen ging es weiter über rote löchrige Sandwege mitten in der gambischen Savanne – ohne Panne”, erzählte Bieberstein. 

Auch den Klagenden der Hitzewelle in Deutschland weiß er zu kontern: “Im Landesinneren sind die Temperaturen höher als an der Küste und es gibt keine frische Brise. Erst gegen Abend kühlte es meistens um einige wenige Grad ab. Strom gab es hier nur von 19 bis 2 Uhr nachts.” Das ist auch eines der Anliegen des Vereins: Ausbau der Solaranlagen, die im vergangenen Jahr im Skill Center Brufut in Betrieb genommen wurden. Neben der Neuordnung von Gehältern für Lehrkräfte und Mitarbeiter setzte der Verein auch ein Zahnpflegeprojekt für Kinder um und führte I-Pad-Klassen ein. Aber nicht nur mit Aktionen und Spenden unterstützt der Verein Menschen vor Ort.

Mitstreiter gesucht

Praktikanten ab 18 Jahren, die Interesse an der Arbeit mit Kindern haben und die Ausbildung von Näherinnen und Frisörinnen übernehmen, werden noch gesucht. Ebenso auch Lehrkräfte, die Kollegen weiterbilden.Amberger Zeitung, Mittwoch, 5.September 2019

Gambia immer wieder eine Reise wert!

Irgendjemand hat einmal gesagt: „Einmal Gambia und dann nie mehr oder es lässt dich nicht mehr los.“

Das Zweite trifft bei mir zu, denn nun war es schon meine dritte Gambiareise und am liebsten würde ich die Nächste schon wieder planen. Nach jeder der vergangenen Reisen war meine Aussage: „Nein, eine Gruppenreise mach ich nicht mehr mit.“ Aber was soll ich sagen, nach dieser im Juni, mit der tollen Truppe und den vielen herzlichen Menschen, die uns vor Ort begleitet haben, wird es in den kommenden Jahren sicherlich wieder eine geben. 

Da mein Fokus sehr stark auf unsere Projekte und die Jubiläumsfeier an unsere Schule ausgerichtet war, möchte ich auch kurz von diesen beiden Erlebnissen erzählen. Ein ausführlicher Reisebericht von Land und Leute und der kleinen Rundreise folgt. 

Nun nach dem die 20-köpfige Gruppe, später dann 22, am Freitag, den 7 Juni angekommen waren, richteten wir uns erst einmal häuslich in unserem Hotel ein. Am Samstag versuchte jeder gedanklich anzukommen und die Umgebung zu erkunden. Gegen Mittag kamen zwei Schneider ins Hotel, um uns alle zu vermessen, denn es ist in Gambia Tradition, dass alle die zusammen feiern, die Zusammengehörigkeit zeigen, indem sie gleiche Stoffe tragen. Da in 6 Tagen die Jubiläumsfeier an unserer Schule stattfinden sollte, waren wir gespannt, was Haruna, unser Ausbilder, in der Schneiderei und Fatou, die Frau unseres Koordinators Hatab, für uns zaubern würden.

Sonntag starteten wir dann auch schon zu unserer kleinen Rundreise, um Land und Leute kennenzulernen. Dazu folgt aber ein extra Bericht, denn dies überlasse ich einem „Neuling“ aus der Gruppe. Nur so viel von mir: da ich wie gesagt, das dritte Mal hier war, sah ich den Fortschritt, der passierte, auch wenn die Armut immer noch überall sichtbar war. Da wir kurz vor der Regenzeit standen, war ich sehr verwundert, wie viele Touristen noch unterwegs waren und wie gut die Hotels besucht waren. Die Direktflüge, die es seit dem Frühjahr nach Gambia gibt, zeigen Früchte. Ich hoffe nur, diese Entwicklung geht in die richtige Richtung und endet nicht in „Singleflügen“.

Unsere erste Anlaufstelle war Sintet, 150 km im Landesinneren. Dort wurde uns ein herzlicher Empfang bereitet und zu meiner Überraschung durfte ich den fertig ausgebildeten Schneiderinnen Zertifikate und eine Nähmaschine überreichen. Dies löste schon ein gutes Gefühl und auch etwas Stolz in mir aus, wenn man einen Teil dazu beitragen kann, jungen Menschen eine Selbstständigkeit mitzugeben. Danach wurden das Grundstück und der seit kurzen entstandene Frauengarten besichtigt. Bei 40 Grad suchten wir dann alle ein schattiges Plätzchen und warteten auf das Essen, das von den Schneiderinnen und den Frauen aus dem Dorf für alle traditionell auf offenem Feuer zubereitet wurde. Einige aus der Gruppe versuchten sich dabei als „Hilfsköche“. 

Am Spätnachmittag verließ ich mit vielen neuen Eindrücken die Gruppe, um mit Waltraud, Lamin und Samba zurück ins Hotel zu fahren. In den nächsten zwei Tagen wollte ich unsere Lehrer an der Schule bei den Vorbereitungen zum Fest unterstützen. 

Als mich am nächsten Tag Hatab vom Hotel abholte, war ich schon sehr gespannt und auch etwas nervös, wie es denn so ist, alleine in die Schule zu gehen. Der herzliche Empfang des Direktors und einzelner Lehrer hatte mir schnell meine Nervosität genommen. Außerdem merkte ich sofort, egal in welchem Land eine Feier vorbereitet wird, es herrscht überall gleiche Hektik und Betriebsamkeit. Da wurde gepinselt, gemalt, Zelte aufgebaut, Stühle geschleppt, hin und her gelaufen, Unterricht gehalten, gesungen, Tänze wurden eingeübt und vieles mehr, was eine Feier ausmacht. 

In dieser eingespielten Betriebsamkeit kam ich mir etwas fehl am Platze vor und so zog ich mich mit ein paar Schülern in unser Kreativhaus zurück. Wir bastelten zusammen Blumen aus Butterbrotpapier, die dann in die Zelte gehängt wurden. Sehr stolz präsentierten die Kinder am Ende ihre Werke. Auch mir hat es sehr viel Spaß gemacht, kurzzeitig ein Teil des Ganzen zu sein.

Was uns dann am Donnerstag geboten wurde, hat alles in den Schatten gestellt, was ich je an Schulfesten in Gambia erlebt hatte. Ach ja, im Übrigen passten unsere Kleider und Hemden, bis auf einige Kleinigkeiten hervorragend. Es war ein tolles Gefühl mit dem gesamten Personal eine Einheit zu sein! Beindruckend war auch diese stattliche Anzahl an Kindern und Eltern zu sehen, schätzungsweise  800-900 Personen. Was eine besondere Freude war, dass ca. 20 ehemalige Schüler die Feier mitgestalteten. Voller Stolz präsentierten sie sich mit bedruckten T-Shirts als „Ex-Students“. 

Als der offizielle Teil der Begrüßung, der Rückblick auf die Vereinsgeschichte und die vielen Reden vorbei waren, begrüßten uns die Schüler mit ihrem eigens gedichteten „Welcome in Sannehmentereng“ Song. Es folgten Tänze, ein Theaterspiel über den Alltag einer Familie, die ihren Kindern eine bessere Zukunft bieten möchte und sich diese nicht leisten kann. Wäre da nicht das Nachbarkind, das von einer Nursery und Lowerbasic School erzählt, in die jeder gehen kann….Beeindruckende Darstellung! 

Dann sorgte lauter Beifall und Grölen aus dem Publikum für unsere Aufmerksamkeit. Ein Lied wurde im Hintergrund abgespielt und ein junger Mann fing zu singen und zu tanzen an. Wie sich herausstellte, war er ein ehemaliger Schüler, der jetzt schon ein bekannter Rapper in Gambia ist. Am Abend vorher hatte er noch schnell eine „Lobes-Hymne“ auf die Schule und alle Lehrer gedichtet und an diesem Tag vorgetragen. Was im Nachhinein bei mir noch Gänsehaut auslöst. Auch unser Skillcenter mit den Schneiderinnen und Friseurinnen zeigten eine beeindruckende Darbietung ihrer Flechtfrisuren und genähten Kleider bei einer Modenschau!

Ehrungen durften bei einer Jubi-Feier natürlich auch nicht fehlen und so konnten wir die langjährige Zugehörigkeit aller Angestellten ehren, besonders die Personen, die schon auf 19 bzw. 20 Jahre Mitgestaltung zurück blicken konnten. Jeder des Personals bekam eine Urkunde, ein Poloshirt mit Vereinslogo und wichtig für die ganze Familie, einen Sack Reis geschenkt. Aus unserer Aktion „Ein Herz für Gambia“ verteilten unsere Reiseteilnehmer über 700 bemalte Herzen (die wir in den Koffern mitschleppten) an alle Kinder. Dabei musste aufgepasst werden, dass jeder von uns heil aus der Aktion rauskam.

Es ist im Nachhinein nicht leicht von etwas zu schreiben, bei dem Gefühle eine große Rolle spielen. Ich kann nur so viel sagen: Der Einsatz und die Mühen bei den ganzen Vorbereitungen, das Kochen für so viele Menschen, die vielen Stunden üben bei den Schülern…. da hatte am Ende der  Veranstaltung keiner mehr daran gedacht. Jeder ging mit freudestrahlendem Gesicht und in Partylaune nach Hause.

Ein langjähriges Mitglied unseres Vereins, welche mit mir die erste Gruppenreise 2004 schon gemacht hat, wollte nach 15 Jahren den Fortschritt sehen und war wieder dabei. Mit ihrer Aussage möchte ich diesen Bericht beenden. Sinngemäß wieder gegeben sagte sie: „Weißt du Karin:  Es macht mich ein bisschen stolz, einen Beitrag dazu geleistet zu haben und ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Lass uns wieder dafür brennen und es weitertragen!“

Eure Karin Neumüller

Eine bewegende Reise nach Westafrika

Gambia ist mit einer Fläche von gerade einmal etwas mehr als 11.000 km² das kleinste Land Afrikas. Das heißt aber noch lange nicht, dass Gambia anderen afrikanischen Ländern in irgendetwas nachsteht! Ganz im Gegenteil, das westafrikanische Land, das komplett vom Senegal umschlossen ist, beeindruckt mit einer unglaublichen Tierwelt und ist als Naturparadies bekannt.

„The Smiling Coast of Africa“ ist das touristische Motto des Landes für den Küstenreifenstreifen im Westen. Dieses Credo, so finde ich, gilt für das ganze Land und dessen Bevölkerung. Überall begegnet einem das herzliche Lächeln, wo man mit den „Locals“ in Kontakt kommt. Eine angenehme und durchaus ansteckende Erfahrung.

Es ist es schon eine große Herausforderung, wenn über zwanzig Personen, vierzehn Tage, jeden Tag aufeinandertreffen. Dazu kommt: alle Teilnehmer der Gruppenreise kannten sich vor Beginn nur flüchtig und es gelang, dass sich bereits am ersten Tag nach der Ankunft ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelte. 

Somit war die Reise von Beginn an sehr angenehm und von Harmonie geprägt.

Rundreise ins Landesinnere

Um einen guten ersten Eindruck von Gambia zu gewinnen, empfiehlt es sich das Land anzusehen. Nach einem Tag der Akklimatisierung, gingen wir auf eine mehrtägige Rundreise. 

Unsere Fahrt ging nach dem Frühstück los und zusammen mit unserem gut deutschsprechenden Tourguide Ibrahim ging unsere Reise von unserem Hotel über Banjul mit einem über dreißig Jahre alten Mitsubishi Bus zur „West Coast“, eine der insgesamt sechs Regionen des Landes.                               Genauer in die Kombo Saint Mary Area.

Ein Blick aus dem Busfenster zur Straße lässt erkennen, dass man in Afrika ist. Wenig geteerte Straßen, kein Gehsteig, rote Erde und nicht selten überholt der Bus einen Eselkarren. 

Das erste Ziel war ein traditioneller Ziegenmarkt. Bereits dort zeigte sich ein verzerrendes Bild für europäische Augen, da gleich vor Ort auch geschlachtet wurde. Ein weiterer Blick nach oben zeigte, wie am Himmel die Geier ihre Kreise zogen. 

Hier haben wir uns nicht lange aufgehalten und sind weiter zu einem der klassischen, traditionellen gambischen Holzmärkten gefahren. Wir kamen direkt in Kontakt mit den Händlern und das Feilschen gehört zum guten Ton und ist ein Kerngebiet des afrikanischen Handel. 

Um einen guten und fairen Preis für die handgeschnitzten Kunstwerke zu verhandeln empfiehlt sich folgende Strategie sehr gut: nachdem die Ware vorgestellt und beobachtet wurde, schlägt der Händler einen ersten Preis vor. Geht man nun zwei Drittel vom genannten Preis runter und einigt sich am Ende circa in der Mitte, so sind meist beide Seiten zufrieden. 

Nachdem einige ihre ersten Erfahrungen im afrikanischen Handeln sammelten und schöne Stoffe, Trommeln und Figuren ersteigerten, konnten wir unsere sonnige Fahrt fortsetzen. 

Auf dem Highway, der eher an eine einfache Landstraße erinnerte, passierten wir nun unseren ersten Checkpoint. Von diesen gibt es mehrere im Land. Sie markieren einen bestimmten Abschnitt. 

Auffällig ist, dass die Checkpoints nicht von Gambischen Militär bewacht werden, sondern es oft Soldaten aus dem Senegal oder Ghana waren. Im Frühjahr 2017 gab es einen Machtwechsel in Gambia. Jammeh, der frühere autokratische Präsident, verlor die Wahlen, an Adama Barrow, den jetzigen Präsidenten. Da Jammeh aber das Ergebnis der Wahlen nicht anerkennen wollte, gab es zunächst Unruhen im Land. 

Doch die Afrikanische Union, mit Unterstützung des Sicherheitsrates der UNO, schickte Soldaten aus dem Senegal und Kampftruppen marschierten in Gambia ein, der Diktator Jammeh floh nach Äquatorialguinea. 

Seitdem sichern Soldaten aus dem Senegal, Sierra Leone und Ghana zusammen mit dem Gambischen Militär die Stabilität des Landes und eben diese Checkpoints. 

Es ging auf der sandigen Straße weiter. Wir passierten die Grenze zur Lower River Region und kamen am späten Nachmittag bei annähernd 40 Grad in unserem ersten Camp „Tendaba Lodge“ an. 

Im Landesinneren sind die Temperaturen höher als an der Küste und es gibt keine frische Brise. Wir schwitzten alle ordentlich. Erst gegen Abend kühlte es meistens um einige wenige Grad ab. Strom gab es hier nur zwischen 19 Uhr bis 2 Uhr nachts. 

Nach einer kurzen Pause und dem beziehen unserer Zimmer ging es sogleich auf ein etwas größeres, wackeliges Holzboot. 

Nun waren wir das erste Mal auf dem berühmten Fluss, der dem Land seinen Namen gibt: River Gambia – und ab in den Mangrovenwald, wo es zahlreiche Vogelarten zu beobachten gab. Bei der Rückfahrt hatten wir ordentlichen „Seegang“ und fast keiner kam trocken ans Ufer, doch bei den hohen Temperaturen war das weniger schlimm. 

Am darauffolgenden Tag verließen wir nach dem Frühstück das Camp und besuchten eine nahegelegene „Nursery School“. Mit Gesang und Tanz wurden wir herzlichst empfangen. Gambische Kindern lernen erst in der Schule die Amtssprache Englisch. Da in Gambia viele verschiedene Ethnien leben, die sich hauptsächlich durch ihre eigene Sprache definieren, sind die Gambier mehrsprachig. Hier zeigte sich bewusst und sichtbar die Ärmlichkeit des Landes. Die Kinder hatten kaum Stifte, der Lehrer kaum Unterrichtsmaterial und der Spielplatz lag rudimentär und trist auf roter Erde, mit einer Rutsche und kaputter Schaukel. Dennoch war die Warmherzigkeit spürbar. Kinder umarmten uns, nahmen unsere Hände, lachten, waren froh und wollten uns gar nicht mehr gehen lassen. Diese Erfahrungen machten wir auf der Rundreise nicht nur einmal.

Nun ging es von Tendaba südwärts nach Sintet. Hier betreibt der Verein „Socialis for the Gambia“ ein Skill Center mit den Ausbildungsschwerpunkten zur Landwirtschaft und der Schneiderei. Mit viel Gesang, umfunktionierten Töpfen und Kanistern als Trommeln und Tanz begrüßten uns die farbenfroh gekleideten Frauen des Ortes und führten uns in die schattigen Hütten des Skill Centers. Es ist eine enorme Herausforderung, bei der sengenden Hitze in der Trockenzeit, fruchtbaren Boden zu bewerkstelligen und diesen auch adäquat zu unterhalten. An diesem Tag durften wir Zeuge werden, wie eifrige junge Schneiderinnen ihr Zertifikat zur bestandenen Ausbildung mit Freude und Stolz entgegennahmen. Danach wurden wir mit den höchsten Fähigkeiten der afrikanischen Kochkunst von den Frauen bewirtet. 

In einer Ansiedlung, das in der Nähe des Skill Centers lag, machten wir am späten Nachmittag Halt und konnten unsere ersten Säcke unserer mitgebrachten Kleidungen an die Bewohner verteilen. Die Dankbarkeit war groß. Nass geschwitzt fuhren wir zurück ins Camp, freuten uns über eine funktionierende Klimaanlage in den Zimmern und verbachten in geselliger Runde den Abend an der Küste des Gambia Rivers. 

Das nächste Ziel unsere Reise brachte uns weiter ins Landesinnere und wir überquerten über die seit Januar 2019 neu eröffnete Senegambia Bridge nun zum ersten Mal den Fluss und fuhren weiter nach Farafenni. Eine pulsierende Stadt, wo das Leben auf der Straße stattfindet. Nach dem Auffüllen unserer Wasserreserven fuhr unser Bus weiter nach Wassu, zu den Senegambischen Steinkreisen, welche UNESCO-Welterbe sind. 

Die Steine wurden um das 8. Jahrhundert von einer Megalithkultur auf früheren Gräbern errichtet. Traditionsgemäß lassen Besucher kleine Steinchen auf den Steinblöcken liegen, damit diese ihnen Glück bringen. 

Ein einheimischer Museumsleiter versuchte uns mit gebrochenen „Denglisch“ über esoterische, mystische Zahlenspielereien die weltlichen Phänomene zu erklären. Ob man daran glaubt oder nicht, er war ziemlich davon überzeugt. Ein netter Mensch war er aber allemal. 

Nun kam einer der schönsten Teile unserer Rundreise. Wir stiegen nahe Wassu in ein großes motorisiertes Holzboot und nach dem wir ein paar Hippos kurz gesichtet hatten, erreichten wir Janjanbureh (früher Georgetown). 

Es wurde abenteuerlich und spätestens hier ist jedem von uns bewusst geworden, dass wir in Afrika waren. Es gab keinen elektrischen Strom und fließend Wasser nur sporadisch abgepumpt aus dem Gambia River. Auch mussten wir uns das Camp mit den hiesigen Affengruppen und vielen exotischem Getier und Insekten, wie Vögeln teilen. Unser Busfahrer erreichte mit seinem Vehikel ebenfalls das Camp über die holprigen Straßen und der Bus wurde nach kurzer Zeit schon von einem Affen okkupiert. Grund: Ali, unser Busfahrer, hatte das Fenster offen gelassen. Der „Kampf“ ums Essen mit den Affen war allgegenwärtig im Camp. Lustig, aber man musste vorsichtig und umsichtig sein. 

Nachdem wir die Nacht im Janjanbureh-Camp gut überstanden hatten, setzten wir mit einer uralten Fähre nach Janjanbureh über und besichtigten die ehemalige Kolonialstadt mit ihren pulsierenden Märkten und freundlichen Bewohnern. 

Mit dem Bus ging es unter der glühende Sonne Gambias zurück nach Farafenni. Wir wurden gut bewirtet in einem Restaurant von Bekannten unseres Busfahrers. Erneut ging es wieder auf die holprige Straße. Wir machten Halt in einem Dorf und spendeten einer 14-köpfigen „Kleinfamilie“ Reis und Süßigkeiten. 

Das nächste Abendteuer ließ nicht lange auf sich warten. Aus dem rechten hinteren Radkasten ertönte ein seltsames, lautes Geräusch. Einer der hinteren Zwillingsreifen war stark beschädigt und der Reifen löste sich förmlich auf. Die afrikanische Genügsamkeit bekamen wir erneut zu spüren. „Ignore the noise“, war die fachkundige Einschätzung unseres Fahrers. Mit scheuerndem Reifen, bangen Gedanken, ob wir nun mit Autopanne mitten in der Gambischen Savanne übernachten müssen, ging es über löchrig, rote Sandwege zu unserem letzten Ziel der Rundreise. Kunta Kinteh Island. 

Da die Insel als historischer Ort den westafrikanischen Sklavenhandel dokumentiert, zählt sie seit 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mit Kunta Kinteh Island und zugehörige Stätten wurden sieben Objekte zusammengefasst. Die Festung Fort James, die auf James Island lag, ist heute nur noch teilweise vorhanden. Teile wurden von den Gezeiten weggeschwemmt, zu sehen sind Mauerreste auf dem Kern der Insel. (Quelle Wikipedia)

Erschöpft erreichten wir gegen Abend Barra. Hier existiert die wichtigste Fährverbindung des Landes nach Banjul. Abermals zeigte sich umso mehr, welche Privilegen die „Toubabs“ (westafrikanische Bezeichnung für Weiße) gegenüber der einheimischen dunkelhäutigen Bevölkerung genießen. Es ist keine Seltenheit, dass LKW-Fahrer bis zu vier Tage warten müssen, um mit der Fähre überzusetzen. Wir durften ohne Reservierung als Erster auf die Fähre. Uns beschlich ein paradoxes Gefühl. Wir waren beschämt und dankbar im gleichen Moment, bald ins Hotel zurück kommen zu dürfen, um die Nacht in bequemen Betten zu verbringen. 

Auch wenn dies nur eine kurze Rundreise war, haben wir einen sehr guten Eindruck über das kleinste Land Afrikas gewinnen können und uns für den restlichen Aufenthalt in Gambia im Umgang mit der lächelnden und freundlichen Bevölkerung sehr geprägt.  

Jubiläumsvideo

Mitgliederbrief Frühjahr 2019

Für Sie, liebe Mitglieder, die Neuigkeiten des letzten halben Jahres zusammengefasst. 

Januar bis Mai 2019

Wir bedanken uns noch bei allen Helfern für die zahlreiche Teilnahme an verschiedensten Ständen in der Weihnachtszeit!

In den Weihnachtsferien wurden die Küche und die beiden Schulgebäude  Bruder Konrad Block und Future Block komplett neu eingedeckt.  Die Kosten für die Sanierung, die dringend notwendig war, da die Dachbalken schon sehr marode waren, beliefen sich auf 6.000 €. Ebenso wurde das Dach des Schneidergebäudes in Sintet repariert.

Das Skill Center Brufut organisierte einen Ausflug zum Skill Center Sintet. Die Schülerinnen waren sehr erfreut über die zweistündige Anreise mit dem Bus. Sie hatten sogar ein Theaterstück für ihre Kolleginnen in Sintet vorbereitet. Vom Besuch und Ideenaustausch profitierten alle. Ein gemeinsames Essen, Schulbesichtigung und Musik rundeten das Ganze ab. Für unsere Ausbildung in Sintet war dies eine gute Werbung, da zugleich die Schule für Außenstehende offen stand.

Stolz sind die Gambianer auf die erste Brücke über den Gambia River bei Farafeni. Sie wurde im Januar eingeweiht.

An der Schule fanden einige Ausflüge zu historischen Orten, dem Flughafen und dem Strand statt. Ebenso wurde ein Sportfest veranstaltet und der Independence Day gefeiert.

Im März errichteten Technik ohne Grenzen bei ihrem Aufenthalt in Gambia zwei Spültoiletten am Skillcenter Brufut und zwei Trockentoiletten am Ausbildungsgelände in Sintet. 

Komplett organisiert wurden die Projekte von Regina, Adelheid und Daniel von TeoG. Finanziert wurde alles vom Rotary Club Amberg, bei dem wir uns dafür herzlich bedanken.

In Amberg wurde am 16. März mit einem großen Festakt im Musikomm das 20 jährige Vereinsbestehen gefeiert. Mehr Informationen dazu finden sie auf der Homepage www. soc-gambia.de

In Sintet beginnt die Erntesaison. Auf dem Bild ist unser Landwirtschaftslehrer Lamin Jammeh, der sehr gute Arbeit leistet.

Waltraud ist noch bis Juni vor Ort und unterstützt die Schneiderei und die Landwirtschaftsschule mit Ideen und Ratschlägen, sowie organisatorischen und buchhalterischen Angelegenheiten und schickt viele Informationen nach Deutschland.

Die Schule in Gambia freut sich schon sehr, in den Pfingstferien mit vielen Besuchern aus Deutschland das 20 jährige Vereinsjubiläum zu feiern.

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